Agentic Commerce: Wenn KI für Ihre Kund:innen einkauft

Raimund Haberl (Spartenobmann Handel), Vortragender Markus Miklautsch und Gastgeber Mag. Christian Tyl (Bezirksstellenobmann Villach)
Raimund Haberl (Spartenobmann Handel), Vortragender Markus Miklautsch und Gastgeber Mag. Christian Tyl (Bezirksstellenobmann Villach) © WKK

KI sucht, bewertet und kauft. Was nach Zukunft klingt, ist längst Realität. Für den ECom­merce Experten Markus Miklautsch steht fest: „Die nächste große Verän­derung im E‑Commerce beginnt jetzt.“

 

Im Rahmen der letzten Veran­staltung der WKO Online­helden am 25. Februar 2026 im Hotel voco Villach wurde deutlich: Die Zukunft des Handels entscheidet sich in der KI-Sicht­barkeit der Unter­nehmen. Über 80 Inter­es­sierte aus der Branche folgten der Einladung und disku­tierten die Auswir­kungen von KI auf den regio­nalen Handel. Gast­geber des Abends war Mag. Christian Tyl, Bezirks­stel­len­obmann Villach, der in seiner Begrüßung die Bedeutung digi­taler Inno­va­ti­ons­kraft für den Standort betonte.

Kaufen im Chat statt im Onlineshop

Agentic Commerce bedeutet: KI-Modelle wie ChatGPT oder Gemini inte­grieren den gesamten Kauf­prozess direkt in den Dialog. Kund:innen geben ein, was sie suchen, wofür sie es brauchen und wann sie es benö­tigen. Die KI schlägt passende Produkte vor – inklusive Verfüg­barkeit, Click & Collect oder Abholung im Geschäft. Bezahlt wird direkt im System. „Es wird nicht mehr zwingend ein klas­si­scher Onlineshop gebraucht. Die KI bringt Bestellung und Bezahlung in einen Schritt“, erklärt Miklautsch.

Ein Beispiel: Eine Familie möchte ihren Garten neu gestalten und lädt ein Foto hoch. Die KI empfiehlt Hoch­beete, zeigt verfügbare Produkte in der Nähe an und reser­viert diese direkt.
Bezahlt wird digital, abgeholt vor Ort.

Sichtbar werden in der KI

„Die KI entscheidet, welche Unter­nehmen sichtbar werden“, so der E‑Commerce Experte. Wer in dieser neuen Welt verkaufen will, muss dort auffindbar sein, wo KI sucht. „Sicht­barer werden
in der KI – das ist der erste Schritt“, betont Miklautsch. Das bedeutet: klare Spezia­li­sierung, eindeutige Themen, aktuelle Daten. „Nach dem SEO kommt das GEO – Gene­rative Engine Opti­mization. SEO heißt, du wirst gefunden. GEO heißt, du wirst empfohlen.“ KI-Systeme bevor­zugen Unter­nehmen mit klaren Schwer­punkten und aktu­ellen Infor­ma­tionen:

  • Was wird ange­boten?
  • Wo wird es einge­setzt?
  • Wann ist es verfügbar?
  • Wo befindet sich der Standort?
  • Wer steht dahinter?
  • Welche Refe­renzen gibt es?

„Weniger ist Mehrwert. KI liebt Klarheit“, so Miklautsch. In der Diskussion wurde deutlich: Gerade regionale Händler haben hier große Chancen – wenn sie ihre Daten struk­tu­riert, aktuell und präzise bereit­stellen.

Abwarten oder handeln?

Viele regionale Händler fragen sich, ob ihre Kund:innen das über­haupt nutzen. Die Realität: Rund 30 Prozent der Menschen in Öster­reich verwenden bereits KI-Anwen­dungen. Und auch Such­ma­schinen verändern sich. Google zeigt bei klas­si­schen Suchen längst Produkt­emp­feh­lungen und eigene Produkt­be­reiche an. „Ich habe Trends kommen und gehen sehen. Diese Entwicklung fühlt sich anders an“, sagt Miklautsch. „Die Zukunft ist bereits Gegenwart.“

Seine klare Botschaft an Unter­nehmen: Jetzt die Daten­basis schaffen, Online­shops aktuell halten und Spezia­li­sierung sichtbar machen. Denn: „Die KI sucht, bewertet und entscheidet.“

Der Abend in Villach zeigte eindrucksvoll: Agentic Commerce ist kein Zukunfts­sze­nario, sondern eine stra­te­gische Aufgabe im Hier und Jetzt!